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HSB-Triebwagen 187 012 – Ein außergewöhnlicher Dieseltriebwagen mit bewegter Vergangenheit.

(ID 930547)


HSB-Triebwagen 187 012 – Ein außergewöhnlicher Dieseltriebwagen mit bewegter Vergangenheit. Ein Unikat mit einer sehr wechselhaften Geschichte, der (1.000 mm) Schmalspur Dieseltriebwagen 187 012 der HSB, ex T15 der MEG, ex WEG T35, ex VT3 der Langeooger Inselbahn, hat am 23 März 2013, als Zug-Nr. 8901 nach Drei Annen Hohne (der morgendliche erste Zug; 7:45 Uhr) dem Bahnhof Wernigerode verlassen und erreicht bald Wernigerode Westerntor.

Im Jahre 1955 wurde der heutige 187 012 von Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg unter der Fabriknummer 9107, für die Mittelbadische Eisenbahnen AG, gebaut. Er wurde auf der Strecke Zell -Todtnau (Früher Süddeutsche Eisenbahn Gesellschaft) als T15 der MEG eingesetzt. Die MEG war rechtlich ein Vorgänger der SWEG-Südwestdeutschen Verkehrs-AG.

Dieser Triebwagen ist ein Unikat. An beiden Stirnseiten des Triebwagens gab es Türen für den Übergang zu den mitgeführten Wagen. Das Führerpult fiel dementsprechend schmal aus. Die beiden Motoren wurden in Unterflurbauweise aus dem Wagenkasten verbannt, sodass ein sehr geräumiger Fahrgastraum entstand. Er wurde mit je zwei Faltgittertüren an jeder Wagenseite gebaut. 

Leider wurde die 18 km lange Strecke Zell - Todtnau wegen Unwirtschaftlichkeit am 24. September 1967 geschlossen. Den T15 der MEG hat man zur Stammstrecke der MEG Bühl - Schwarzach verbracht. Doch für diese Strecke erwies sich der T15 als völlig ungeeignet, denn er war einfach zu lang, für die dortigen Bögen. 
Der MEG gelang es, einen Kunden für den Triebwagen zu finden. Die Württembergische Eisenbahn Gesellschaft kaufte ihn 1968 für ihre Schmalspurbahn auf der schwäbischen Alb - der Strecke Amstetten - Laichingen. Hier wurde er nun zum T 35 der WEG. Bis 1972 kam er dort, jedoch nur selten, zum Einsatz. 

Er wurde umgebaut. Aus einer Stirnseite wurde die Übergangstür entfernt und der Triebwagen behielt nur einen Motor - der zweite Motor wurde entfernt. Der WEG T35 blieb auch nach dem Umbau ein Reservefahrzeug, weil er auf dieser Bahn nicht für den Güterverkehr eingesetzt werden konnte. Die WEG sah sich nun ihrerseits nach einem weiteren Käufer für den T35 um und verkaufte ihn 1976 an die Langeooger Inselbahn. Doch bevor der süddeutsche Triebwagen zum  Insulaner  wurde, arbeitet man ihn in der Bremer Waggonbau GmbH gründlich auf. Er erhielt wieder zwei Motoren, es waren neue Motoren Büssing U11 D mit je 155 kW (210 PS), von der MAN-Büssing in Braunschweig. Das mechanische RENK-Getriebe wurde durch zwei hydromechanische Differentialwandler-Getriebe vom Typ VOITH 501 (Bauart 380 U+S 320 ersetzt). Die noch verbliebene Übergangstür an der Frontseite wurde zudem auch entfernt. Auf einer Wagenseite wurden die Falttüren ausgebaut. 

Auf Langeoog wurde er zum T3 und fuhr im Juni 1976 erstmalig über die Insel. Dort verrichtete er viele Jahre klaglos seinen  windigen  Dienst. Aber es sollte nicht die letzte Etappe seiner Odyssee durch Deutschland gewesen sein. Am 13. April 1995 unterzeichneten die HSB den Kaufvertrag für drei Triebwagen der Langeooger Inselbahn - darunter den des T3 „Langeoog“ (der heutige 187 012). 

Den Weg in den Harz legte der angehende 187 012 auf einem Tieflader bis Halberstadt und von dort per Schiene im Mai 1995 zurück. Für seinen Einsatz im Harz waren jedoch erneut einige Umbauten, im Ausbesserungswerk Halberstadt, erforderlich. Besonders wichtig hierbei war die Wiedereinrichtung von Türen auf beiden Wagenseiten, da sich die Bahnsteige der HSB sowohl rechts als auch links in Fahrtrichtung befinden. Im Zuge dieser Maßnahme wurden die alten Falttüren entfernt und auf beiden Fahrzeugseiten mit zwei neue Schwenkschiebetüren versehen. Der 187 012 wurde dann vorwiegend im öffentlichen Personennahverkehr zwischen Nordhausen und Ilfeld (Harzquerbahn), sowie zwischen Wernigerode nach Drei Annen Hohne (Brockenbahn) eingesetzt. Eine weitere Besonderheit war, da dieser Triebwagen zwei Antriebsanlagen hat, kann er auch als grundsätzlich auch als Schlepptriebwagen eingesetzt werden.

TECHNISCHE DATEN:
Hersteller: Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg
Baujahr: 1955
Fabriknummer: 9107
Spurweite: 1.000 mm (Meterspur)
Achsanordnung: B'B' dh (Original B'B' dm) 
Länge über Puffer: 16.130 mm
Fahrzeughöhe: 3.360 mm 
Drehzapfenabstand: 11.700 mm
Achsabstand im Drehgestell: 1.860 mm
Treibraddurchmesser: 850 mm (neu)
Leergewicht: 23,3 t 
Dienstgewicht: 34,2 t
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Motoren: 2 Stück wassergekühlter 6-Zylinder-Reihen-Unterflur-4Takt-Diesel mit Direkteinspritzung vom Typ Büssing U11 D/210 (ursprünglich U15)
Nenndrehzahl: 2.100 U/min
Hubraum:11.581 cm³ (Bohrung Ø 128 mm x 150 mm Hub)
Leistung: je 155 kW / 210 PS (ursprünglich 132 kW / 180 PS)
Max. Drehmoment: ca. 785 Nm bei 1.300 U/min
Leistungsübertragung: hydrodynamisch (ursprünglich mechanisch) Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Leistung weitgehend mechanisch übertragen. 
Getriebe: 2 Stück Voith DIWA 501 Bauart 380 U+S 320, ein 4-Gang Differential-Wandlergetriebe. 
Sitzplätze: 48
Stehplätze: 40 
Bremsanlage: Westinghouse-Druckluftbremse
Heizung: 2 × Webasto
kleinster befahrbarer Gleisbogen: 50 m
Besonderheit: Bei diesem dieselhydraulischen Triebwagen hat jedes Drehgestell seine eigene Antriebsanlage, Dieselmotor in Unterflurbauweise und hydrodynamisches Getriebe.

Funktionsweise der Voith DIWA 501 Getriebe:
Beim Anfahren wird ein großer Teil der Motorleistung über den Drehmomentwandler übertragen. Dieser erzeugt durch die hydrodynamische Kraftübertragung ein hohes Drehmoment am Getriebeausgang. Mit zunehmender Geschwindigkeit verändert sich die Leistungsverteilung. Der mechanische Anteil nimmt zu, während der hydraulische Anteil zurückgeht. Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Leistung weitgehend mechanisch übertragen. Dadurch sinken die hydraulischen Verluste. Ein wesentlicher Vorteil des Voith 501 ist die automatische Anpassung der Kraftübertragung an die jeweilige Fahrgeschwindigkeit und Belastung. Besonders bei der HSB mit häufigen Halten, Steigungen und wechselnden Zuglasten ist das vorteilhaft.

Brandereignis und spätere Aufarbeitung
Am 22. April 2013 (somit 4 Wochen nach meinem Bild) ereignete sich während einer Fahrt von Quedlinburg nach Harzgerode ein Brand im Triebwagen. Der Triebfahrzeugführer bemerkte Rauch und Flammen und brachte das Fahrzeug kurz hinter dem Haltepunkt Osterteich zum Stehen. Die alarmierten Feuerwehren konnten den Brand schließlich löschen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Reisende befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Fahrzeug.

Eine umfassende Generalreparatur bei den FWM – Fahrzeugwerke Miraustraße in Hennigsdorf wurde ab 2015 durchgeführt, er ist aber nicht betriebsfähig. Nach seiner Aufarbeitung kehrte er im Juni 2021 nach Wernigerode zurück. Eine Wiederaufnahme des regulären Fahrgastbetriebes ist leider in der aktuellen Fahrzeugübersicht nicht verzeichnet. Seit August 2026 befindet sich der Triebwagen in Wernigerode Westerntor neben der alten Werkstatt.

Fazit
Der HSB-Triebwagen 187 012 ist ein interessantes Beispiel für die lange Lebensdauer und die wechselvolle Geschichte deutscher Schmalspurtriebwagen. Seine Konstruktion aus dem Jahr 1955, die zwei Büssing-Dieselmotoren und die hydraulische Kraftübertragung machten ihn zu einem technisch bemerkenswerten Fahrzeug. Besonders seine verschiedenen Einsatzgebiete – von der Wiesentalbahn über die Inselbahn Langeoog bis zu den Harzer Schmalspurbahnen – verleihen ihm eine außergewöhnliche Fahrzeuggeschichte.

Quellen: Harzer Schmalspurbahnen, Freundeskreis Selketalbahn und Wikipedia.
Stand: November 2026

HSB-Triebwagen 187 012 – Ein außergewöhnlicher Dieseltriebwagen mit bewegter Vergangenheit. Ein Unikat mit einer sehr wechselhaften Geschichte, der (1.000 mm) Schmalspur Dieseltriebwagen 187 012 der HSB, ex T15 der MEG, ex WEG T35, ex VT3 der Langeooger Inselbahn, hat am 23 März 2013, als Zug-Nr. 8901 nach Drei Annen Hohne (der morgendliche erste Zug; 7:45 Uhr) dem Bahnhof Wernigerode verlassen und erreicht bald Wernigerode Westerntor.

Im Jahre 1955 wurde der heutige 187 012 von Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg unter der Fabriknummer 9107, für die Mittelbadische Eisenbahnen AG, gebaut. Er wurde auf der Strecke Zell -Todtnau (Früher Süddeutsche Eisenbahn Gesellschaft) als T15 der MEG eingesetzt. Die MEG war rechtlich ein Vorgänger der SWEG-Südwestdeutschen Verkehrs-AG.

Dieser Triebwagen ist ein Unikat. An beiden Stirnseiten des Triebwagens gab es Türen für den Übergang zu den mitgeführten Wagen. Das Führerpult fiel dementsprechend schmal aus. Die beiden Motoren wurden in Unterflurbauweise aus dem Wagenkasten verbannt, sodass ein sehr geräumiger Fahrgastraum entstand. Er wurde mit je zwei Faltgittertüren an jeder Wagenseite gebaut.

Leider wurde die 18 km lange Strecke Zell - Todtnau wegen Unwirtschaftlichkeit am 24. September 1967 geschlossen. Den T15 der MEG hat man zur Stammstrecke der MEG Bühl - Schwarzach verbracht. Doch für diese Strecke erwies sich der T15 als völlig ungeeignet, denn er war einfach zu lang, für die dortigen Bögen.
Der MEG gelang es, einen Kunden für den Triebwagen zu finden. Die Württembergische Eisenbahn Gesellschaft kaufte ihn 1968 für ihre Schmalspurbahn auf der schwäbischen Alb - der Strecke Amstetten - Laichingen. Hier wurde er nun zum T 35 der WEG. Bis 1972 kam er dort, jedoch nur selten, zum Einsatz.

Er wurde umgebaut. Aus einer Stirnseite wurde die Übergangstür entfernt und der Triebwagen behielt nur einen Motor - der zweite Motor wurde entfernt. Der WEG T35 blieb auch nach dem Umbau ein Reservefahrzeug, weil er auf dieser Bahn nicht für den Güterverkehr eingesetzt werden konnte. Die WEG sah sich nun ihrerseits nach einem weiteren Käufer für den T35 um und verkaufte ihn 1976 an die Langeooger Inselbahn. Doch bevor der süddeutsche Triebwagen zum "Insulaner" wurde, arbeitet man ihn in der Bremer Waggonbau GmbH gründlich auf. Er erhielt wieder zwei Motoren, es waren neue Motoren Büssing U11 D mit je 155 kW (210 PS), von der MAN-Büssing in Braunschweig. Das mechanische RENK-Getriebe wurde durch zwei hydromechanische Differentialwandler-Getriebe vom Typ VOITH 501 (Bauart 380 U+S 320 ersetzt). Die noch verbliebene Übergangstür an der Frontseite wurde zudem auch entfernt. Auf einer Wagenseite wurden die Falttüren ausgebaut.

Auf Langeoog wurde er zum T3 und fuhr im Juni 1976 erstmalig über die Insel. Dort verrichtete er viele Jahre klaglos seinen "windigen" Dienst. Aber es sollte nicht die letzte Etappe seiner Odyssee durch Deutschland gewesen sein. Am 13. April 1995 unterzeichneten die HSB den Kaufvertrag für drei Triebwagen der Langeooger Inselbahn - darunter den des T3 „Langeoog“ (der heutige 187 012).

Den Weg in den Harz legte der angehende 187 012 auf einem Tieflader bis Halberstadt und von dort per Schiene im Mai 1995 zurück. Für seinen Einsatz im Harz waren jedoch erneut einige Umbauten, im Ausbesserungswerk Halberstadt, erforderlich. Besonders wichtig hierbei war die Wiedereinrichtung von Türen auf beiden Wagenseiten, da sich die Bahnsteige der HSB sowohl rechts als auch links in Fahrtrichtung befinden. Im Zuge dieser Maßnahme wurden die alten Falttüren entfernt und auf beiden Fahrzeugseiten mit zwei neue Schwenkschiebetüren versehen. Der 187 012 wurde dann vorwiegend im öffentlichen Personennahverkehr zwischen Nordhausen und Ilfeld (Harzquerbahn), sowie zwischen Wernigerode nach Drei Annen Hohne (Brockenbahn) eingesetzt. Eine weitere Besonderheit war, da dieser Triebwagen zwei Antriebsanlagen hat, kann er auch als grundsätzlich auch als Schlepptriebwagen eingesetzt werden.

TECHNISCHE DATEN:
Hersteller: Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg
Baujahr: 1955
Fabriknummer: 9107
Spurweite: 1.000 mm (Meterspur)
Achsanordnung: B'B' dh (Original B'B' dm)
Länge über Puffer: 16.130 mm
Fahrzeughöhe: 3.360 mm
Drehzapfenabstand: 11.700 mm
Achsabstand im Drehgestell: 1.860 mm
Treibraddurchmesser: 850 mm (neu)
Leergewicht: 23,3 t
Dienstgewicht: 34,2 t
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Motoren: 2 Stück wassergekühlter 6-Zylinder-Reihen-Unterflur-4Takt-Diesel mit Direkteinspritzung vom Typ Büssing U11 D/210 (ursprünglich U15)
Nenndrehzahl: 2.100 U/min
Hubraum:11.581 cm³ (Bohrung Ø 128 mm x 150 mm Hub)
Leistung: je 155 kW / 210 PS (ursprünglich 132 kW / 180 PS)
Max. Drehmoment: ca. 785 Nm bei 1.300 U/min
Leistungsübertragung: hydrodynamisch (ursprünglich mechanisch) Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Leistung weitgehend mechanisch übertragen.
Getriebe: 2 Stück Voith DIWA 501 Bauart 380 U+S 320, ein 4-Gang Differential-Wandlergetriebe.
Sitzplätze: 48
Stehplätze: 40
Bremsanlage: Westinghouse-Druckluftbremse
Heizung: 2 × Webasto
kleinster befahrbarer Gleisbogen: 50 m
Besonderheit: Bei diesem dieselhydraulischen Triebwagen hat jedes Drehgestell seine eigene Antriebsanlage, Dieselmotor in Unterflurbauweise und hydrodynamisches Getriebe.

Funktionsweise der Voith DIWA 501 Getriebe:
Beim Anfahren wird ein großer Teil der Motorleistung über den Drehmomentwandler übertragen. Dieser erzeugt durch die hydrodynamische Kraftübertragung ein hohes Drehmoment am Getriebeausgang. Mit zunehmender Geschwindigkeit verändert sich die Leistungsverteilung. Der mechanische Anteil nimmt zu, während der hydraulische Anteil zurückgeht. Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Leistung weitgehend mechanisch übertragen. Dadurch sinken die hydraulischen Verluste. Ein wesentlicher Vorteil des Voith 501 ist die automatische Anpassung der Kraftübertragung an die jeweilige Fahrgeschwindigkeit und Belastung. Besonders bei der HSB mit häufigen Halten, Steigungen und wechselnden Zuglasten ist das vorteilhaft.

Brandereignis und spätere Aufarbeitung
Am 22. April 2013 (somit 4 Wochen nach meinem Bild) ereignete sich während einer Fahrt von Quedlinburg nach Harzgerode ein Brand im Triebwagen. Der Triebfahrzeugführer bemerkte Rauch und Flammen und brachte das Fahrzeug kurz hinter dem Haltepunkt Osterteich zum Stehen. Die alarmierten Feuerwehren konnten den Brand schließlich löschen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Reisende befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Fahrzeug.

Eine umfassende Generalreparatur bei den FWM – Fahrzeugwerke Miraustraße in Hennigsdorf wurde ab 2015 durchgeführt, er ist aber nicht betriebsfähig. Nach seiner Aufarbeitung kehrte er im Juni 2021 nach Wernigerode zurück. Eine Wiederaufnahme des regulären Fahrgastbetriebes ist leider in der aktuellen Fahrzeugübersicht nicht verzeichnet. Seit August 2026 befindet sich der Triebwagen in Wernigerode Westerntor neben der alten Werkstatt.

Fazit
Der HSB-Triebwagen 187 012 ist ein interessantes Beispiel für die lange Lebensdauer und die wechselvolle Geschichte deutscher Schmalspurtriebwagen. Seine Konstruktion aus dem Jahr 1955, die zwei Büssing-Dieselmotoren und die hydraulische Kraftübertragung machten ihn zu einem technisch bemerkenswerten Fahrzeug. Besonders seine verschiedenen Einsatzgebiete – von der Wiesentalbahn über die Inselbahn Langeoog bis zu den Harzer Schmalspurbahnen – verleihen ihm eine außergewöhnliche Fahrzeuggeschichte.

Quellen: Harzer Schmalspurbahnen, Freundeskreis Selketalbahn und Wikipedia.
Stand: November 2026

Armin Schwarz 07.11.2026, 2 Aufrufe, 0 Kommentare

EXIF: Canon Canon EOS 1000D, Belichtungsdauer: 1/400, Blende: 8/1, ISO200, Brennweite: 148/1

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Die Neubau-Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen HSB 99 7238-1 (ex DR 099 148-9, ex DR 99 0238-8, ex DR 99 238) bereitet sich am 23.03.2013 im BW Wernigerode auf ihren Tageseinsatz vor. 

Die Meterspurige Dampflok wurde 1956 bei LKM (VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg unter der Fabriknummer 134015 gebaut und als DR 99 238 an die Deutsche Reichsbahn geliefert. Zum 01.07.1970 erfolgte die Umzeichnung in DR 99 7238-1, nachdem man sie 1979 auf Ölfeuerung umbaute wurde sie als DR 99 0238-8 bezeichnet. Da die Ölfeuerung nicht zum Vorteil der Maschinen war und Öl in der DDR knapp war wurde sie (wie alle Loks) 1983 wieder auf Kohlefeuerung zurück gebaut und sie wurde wieder als DR 99 7238-1 bezeichnet. Ab dem 01.01.1992 wurden die Lok noch als DR 099 148-9 um bezeichnet, bis am 01.02.1993 in die HSB überging, welche dann wieder die alte DR-Bezeichnungen verwendete.
Die Neubau-Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen HSB 99 7238-1 (ex DR 099 148-9, ex DR 99 0238-8, ex DR 99 238) bereitet sich am 23.03.2013 im BW Wernigerode auf ihren Tageseinsatz vor. Die Meterspurige Dampflok wurde 1956 bei LKM (VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg unter der Fabriknummer 134015 gebaut und als DR 99 238 an die Deutsche Reichsbahn geliefert. Zum 01.07.1970 erfolgte die Umzeichnung in DR 99 7238-1, nachdem man sie 1979 auf Ölfeuerung umbaute wurde sie als DR 99 0238-8 bezeichnet. Da die Ölfeuerung nicht zum Vorteil der Maschinen war und Öl in der DDR knapp war wurde sie (wie alle Loks) 1983 wieder auf Kohlefeuerung zurück gebaut und sie wurde wieder als DR 99 7238-1 bezeichnet. Ab dem 01.01.1992 wurden die Lok noch als DR 099 148-9 um bezeichnet, bis am 01.02.1993 in die HSB überging, welche dann wieder die alte DR-Bezeichnungen verwendete.
Armin Schwarz

Die Neubau-Dampfloks der HSB - Harzer Schmalspurbahnen 
99 7238-1 (ex DR 099 148-9, 99 0238-8, 99 238) und 
99 7247-2 (ex DR 099 157-0, 99 0247-9, 99 247) 
bereiten sich am 23 März 2013 in der Lokeinsatzstelle Wernigerode auf den Tageseinsatz vor.

Dahinter stehen zwei „Harzkamele“ (Diesellok der Baureihe 199.8).
Die Neubau-Dampfloks der HSB - Harzer Schmalspurbahnen 99 7238-1 (ex DR 099 148-9, 99 0238-8, 99 238) und 99 7247-2 (ex DR 099 157-0, 99 0247-9, 99 247) bereiten sich am 23 März 2013 in der Lokeinsatzstelle Wernigerode auf den Tageseinsatz vor. Dahinter stehen zwei „Harzkamele“ (Diesellok der Baureihe 199.8).
Armin Schwarz

Die Neubau-Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen HSB 99 7238-1 (ex DR 099 148-9, ex DR 99 0238-8, ex DR 99 238) bereitet sich am 23.03.2013 im BW Wernigerode auf ihren Tageseinsatz vor. 

Die Meterspurige Dampflok wurde 1956 bei LKM (VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg unter der Fabriknummer 134015 gebaut und als DR 99 238 an die Deutsche Reichsbahn geliefert. Zum 01.07.1970 erfolgte die Umzeichnung in DR 99 7238-1, nachdem man sie 1979 auf Ölfeuerung umbaute wurde sie als DR 99 0238-8 bezeichnet. Da die Ölfeuerung nicht zum Vorteil der Maschinen war und Öl in der DDR knapp war wurde sie (wie alle Loks) 1983 wieder auf Kohlefeuerung zurück gebaut und nun wieder als DR 99 7238-1 bezeichnet. Ab dem 01.01.1992 wurden die Lok noch als DR 099 148-9 um bezeichnet, bis am 01.02.1993 in die HSB überging, welche dann wieder die alte DR-Bezeichnungen verwendete.
Die Neubau-Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen HSB 99 7238-1 (ex DR 099 148-9, ex DR 99 0238-8, ex DR 99 238) bereitet sich am 23.03.2013 im BW Wernigerode auf ihren Tageseinsatz vor. Die Meterspurige Dampflok wurde 1956 bei LKM (VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg unter der Fabriknummer 134015 gebaut und als DR 99 238 an die Deutsche Reichsbahn geliefert. Zum 01.07.1970 erfolgte die Umzeichnung in DR 99 7238-1, nachdem man sie 1979 auf Ölfeuerung umbaute wurde sie als DR 99 0238-8 bezeichnet. Da die Ölfeuerung nicht zum Vorteil der Maschinen war und Öl in der DDR knapp war wurde sie (wie alle Loks) 1983 wieder auf Kohlefeuerung zurück gebaut und nun wieder als DR 99 7238-1 bezeichnet. Ab dem 01.01.1992 wurden die Lok noch als DR 099 148-9 um bezeichnet, bis am 01.02.1993 in die HSB überging, welche dann wieder die alte DR-Bezeichnungen verwendete.
Armin Schwarz

HSB-Triebwagen 187 012 – Ein außergewöhnlicher Dieseltriebwagen mit bewegter Vergangenheit. Ein Unikat mit einer sehr wechselhaften Geschichte, der (1.000 mm) Schmalspur Dieseltriebwagen 187 012 der HSB, ex T15 der MEG, ex WEG T35, ex VT3 der Langeooger Inselbahn, hier am 23 März 2013 als Zug-Nr. 8901 (der morgendliche erste Zug; 7:45 Uhr) bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Wernigerode nach Drei Annen Hohne.

Im Jahre 1955 wurde der heutige 187 012 von Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg unter der Fabriknummer 9107, für die Mittelbadische Eisenbahnen AG, gebaut. Er wurde auf der Strecke Zell -Todtnau (Früher Süddeutsche Eisenbahn Gesellschaft) als T15 der MEG eingesetzt. Die MEG war rechtlich ein Vorgänger der SWEG-Südwestdeutschen Verkehrs-AG.

Dieser Triebwagen ist ein Unikat. An beiden Stirnseiten des Triebwagens gab es Türen für den Übergang zu den mitgeführten Wagen. Das Führerpult fiel dementsprechend schmal aus. Die beiden Motoren wurden in Unterflurbauweise aus dem Wagenkasten verbannt, sodass ein sehr geräumiger Fahrgastraum entstand. Er wurde mit je zwei Faltgittertüren an jeder Wagenseite gebaut. 

Leider wurde die 18 km lange Strecke Zell - Todtnau wegen Unwirtschaftlichkeit am 24. September 1967 geschlossen. Den T15 der MEG hat man zur Stammstrecke der MEG Bühl - Schwarzach verbracht. Doch für diese Strecke erwies sich der T15 als völlig ungeeignet, denn er war einfach zu lang, für die dortigen Bögen. 
Der MEG gelang es, einen Kunden für den Triebwagen zu finden. Die Württembergische Eisenbahn Gesellschaft kaufte ihn 1968 für ihre Schmalspurbahn auf der schwäbischen Alb - der Strecke Amstetten - Laichingen. Hier wurde er nun zum T 35 der WEG. Bis 1972 kam er dort, jedoch nur selten, zum Einsatz. 

Er wurde umgebaut. Aus einer Stirnseite wurde die Übergangstür entfernt und der Triebwagen behielt nur einen Motor - der zweite Motor wurde entfernt. Der WEG T35 blieb auch nach dem Umbau ein Reservefahrzeug, weil er auf dieser Bahn nicht für den Güterverkehr eingesetzt werden konnte. Die WEG sah sich nun ihrerseits nach einem weiteren Käufer für den T35 um und verkaufte ihn 1976 an die Langeooger Inselbahn. Doch bevor der süddeutsche Triebwagen zum  Insulaner  wurde, arbeitet man ihn in der Bremer Waggonbau GmbH gründlich auf. Er erhielt wieder zwei Motoren, es waren neue Motoren Büssing U11 D mit je 155 kW (210 PS), von der MAN-Büssing in Braunschweig. Das mechanische RENK-Getriebe wurde durch zwei hydromechanische Differentialwandler-Getriebe vom Typ VOITH 501 (Bauart 380 U+S 320 ersetzt). Die noch verbliebene Übergangstür an der Frontseite wurde zudem auch entfernt. Auf einer Wagenseite wurden die Falttüren ausgebaut. 

Auf Langeoog wurde er zum T3 und fuhr im Juni 1976 erstmalig über die Insel. Dort verrichtete er viele Jahre klaglos seinen  windigen  Dienst. Aber es sollte nicht die letzte Etappe seiner Odyssee durch Deutschland gewesen sein. Am 13. April 1995 unterzeichneten die HSB den Kaufvertrag für drei Triebwagen der Langeooger Inselbahn - darunter den des T3 „Langeoog“ (der heutige 187 012). 

Den Weg in den Harz legte der angehende 187 012 auf einem Tieflader bis Halberstadt und von dort per Schiene im Mai 1995 zurück. Für seinen Einsatz im Harz waren jedoch erneut einige Umbauten, im Ausbesserungswerk Halberstadt, erforderlich. Besonders wichtig hierbei war die Wiedereinrichtung von Türen auf beiden Wagenseiten, da sich die Bahnsteige der HSB sowohl rechts als auch links in Fahrtrichtung befinden. Im Zuge dieser Maßnahme wurden die alten Falttüren entfernt und auf beiden Fahrzeugseiten mit zwei neue Schwenkschiebetüren versehen. Der 187 012 wurde dann vorwiegend im öffentlichen Personennahverkehr zwischen Nordhausen und Ilfeld (Harzquerbahn), sowie zwischen Wernigerode nach Drei Annen Hohne (Brockenbahn) eingesetzt. Eine weitere Besonderheit war, da dieser Triebwagen zwei Antriebsanlagen hat, kann er auch als grundsätzlich auch als Schlepptriebwagen eingesetzt werden.

TECHNISCHE DATEN:
Hersteller: Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg
Baujahr: 1955
Fabriknummer: 9107
Spurweite: 1.000 mm (Meterspur)
Achsanordnung: B'B' dh (Original B'B' dm) 
Länge über Puffer: 16.130 mm
Fahrzeughöhe: 3.360 mm 
Drehzapfenabstand: 11.700 mm
Achsabstand im Drehgestell: 1.860 mm
Treibraddurchmesser: 850 mm (neu)
Leergewicht: 23,3 t 
Dienstgewicht: 34,2 t
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Motoren: 2 Stück wassergekühlter 6-Zylinder-Reihen-Unterflur-4Takt-Diesel mit Direkteinspritzung vom Typ Büssing U11 D/210 (ursprünglich U15)
Nenndrehzahl: 2.100 U/min
Hubraum:11.581 cm³ (Bohrung Ø 128 mm x 150 mm Hub)
Leistung: je 155 kW / 210 PS (ursprünglich 132 kW / 180 PS)
Max. Drehmoment: ca. 785 Nm bei 1.300 U/min
Leistungsübertragung: hydrodynamisch (ursprünglich mechanisch) Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Leistung weitgehend mechanisch übertragen. 
Getriebe: 2 Stück Voith DIWA 501 Bauart 380 U+S 320, ein 4-Gang Differential-Wandlergetriebe. 
Sitzplätze: 48
Stehplätze: 40 
Bremsanlage: Westinghouse-Druckluftbremse
Heizung: 2 × Webasto
kleinster befahrbarer Gleisbogen: 50 m
Besonderheit: Bei diesem dieselhydraulischen Triebwagen hat jedes Drehgestell seine eigene Antriebsanlage, Dieselmotor in Unterflurbauweise und hydrodynamisches Getriebe.

Funktionsweise der Voith DIWA 501 Getriebe:
Beim Anfahren wird ein großer Teil der Motorleistung über den Drehmomentwandler übertragen. Dieser erzeugt durch die hydrodynamische Kraftübertragung ein hohes Drehmoment am Getriebeausgang. Mit zunehmender Geschwindigkeit verändert sich die Leistungsverteilung. Der mechanische Anteil nimmt zu, während der hydraulische Anteil zurückgeht. Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Leistung weitgehend mechanisch übertragen. Dadurch sinken die hydraulischen Verluste. Ein wesentlicher Vorteil des Voith 501 ist die automatische Anpassung der Kraftübertragung an die jeweilige Fahrgeschwindigkeit und Belastung. Besonders bei der HSB mit häufigen Halten, Steigungen und wechselnden Zuglasten ist das vorteilhaft.

Brandereignis und spätere Aufarbeitung
Am 22. April 2013 (somit 4 Wochen nach meinem Bild) ereignete sich während einer Fahrt von Quedlinburg nach Harzgerode ein Brand im Triebwagen. Der Triebfahrzeugführer bemerkte Rauch und Flammen und brachte das Fahrzeug kurz hinter dem Haltepunkt Osterteich zum Stehen. Die alarmierten Feuerwehren konnten den Brand schließlich löschen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Reisende befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Fahrzeug.

Eine umfassende Generalreparatur bei den FWM – Fahrzeugwerke Miraustraße in Hennigsdorf wurde ab 2015 durchgeführt, er ist aber nicht betriebsfähig. Nach seiner Aufarbeitung kehrte er im Juni 2021 nach Wernigerode zurück. Eine Wiederaufnahme des regulären Fahrgastbetriebes ist leider in der aktuellen Fahrzeugübersicht nicht verzeichnet. Seit August 2026 befindet sich der Triebwagen in Wernigerode Westerntor neben der alten Werkstatt.

Fazit
Der HSB-Triebwagen 187 012 ist ein interessantes Beispiel für die lange Lebensdauer und die wechselvolle Geschichte deutscher Schmalspurtriebwagen. Seine Konstruktion aus dem Jahr 1955, die zwei Büssing-Dieselmotoren und die hydraulische Kraftübertragung machten ihn zu einem technisch bemerkenswerten Fahrzeug. Besonders seine verschiedenen Einsatzgebiete – von der Wiesentalbahn über die Inselbahn Langeoog bis zu den Harzer Schmalspurbahnen – verleihen ihm eine außergewöhnliche Fahrzeuggeschichte.

Quellen: Harzer Schmalspurbahnen, Freundeskreis Selketalbahn und Wikipedia.
Stand: November 2026
HSB-Triebwagen 187 012 – Ein außergewöhnlicher Dieseltriebwagen mit bewegter Vergangenheit. Ein Unikat mit einer sehr wechselhaften Geschichte, der (1.000 mm) Schmalspur Dieseltriebwagen 187 012 der HSB, ex T15 der MEG, ex WEG T35, ex VT3 der Langeooger Inselbahn, hier am 23 März 2013 als Zug-Nr. 8901 (der morgendliche erste Zug; 7:45 Uhr) bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Wernigerode nach Drei Annen Hohne. Im Jahre 1955 wurde der heutige 187 012 von Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg unter der Fabriknummer 9107, für die Mittelbadische Eisenbahnen AG, gebaut. Er wurde auf der Strecke Zell -Todtnau (Früher Süddeutsche Eisenbahn Gesellschaft) als T15 der MEG eingesetzt. Die MEG war rechtlich ein Vorgänger der SWEG-Südwestdeutschen Verkehrs-AG. Dieser Triebwagen ist ein Unikat. An beiden Stirnseiten des Triebwagens gab es Türen für den Übergang zu den mitgeführten Wagen. Das Führerpult fiel dementsprechend schmal aus. Die beiden Motoren wurden in Unterflurbauweise aus dem Wagenkasten verbannt, sodass ein sehr geräumiger Fahrgastraum entstand. Er wurde mit je zwei Faltgittertüren an jeder Wagenseite gebaut. Leider wurde die 18 km lange Strecke Zell - Todtnau wegen Unwirtschaftlichkeit am 24. September 1967 geschlossen. Den T15 der MEG hat man zur Stammstrecke der MEG Bühl - Schwarzach verbracht. Doch für diese Strecke erwies sich der T15 als völlig ungeeignet, denn er war einfach zu lang, für die dortigen Bögen. Der MEG gelang es, einen Kunden für den Triebwagen zu finden. Die Württembergische Eisenbahn Gesellschaft kaufte ihn 1968 für ihre Schmalspurbahn auf der schwäbischen Alb - der Strecke Amstetten - Laichingen. Hier wurde er nun zum T 35 der WEG. Bis 1972 kam er dort, jedoch nur selten, zum Einsatz. Er wurde umgebaut. Aus einer Stirnseite wurde die Übergangstür entfernt und der Triebwagen behielt nur einen Motor - der zweite Motor wurde entfernt. Der WEG T35 blieb auch nach dem Umbau ein Reservefahrzeug, weil er auf dieser Bahn nicht für den Güterverkehr eingesetzt werden konnte. Die WEG sah sich nun ihrerseits nach einem weiteren Käufer für den T35 um und verkaufte ihn 1976 an die Langeooger Inselbahn. Doch bevor der süddeutsche Triebwagen zum "Insulaner" wurde, arbeitet man ihn in der Bremer Waggonbau GmbH gründlich auf. Er erhielt wieder zwei Motoren, es waren neue Motoren Büssing U11 D mit je 155 kW (210 PS), von der MAN-Büssing in Braunschweig. Das mechanische RENK-Getriebe wurde durch zwei hydromechanische Differentialwandler-Getriebe vom Typ VOITH 501 (Bauart 380 U+S 320 ersetzt). Die noch verbliebene Übergangstür an der Frontseite wurde zudem auch entfernt. Auf einer Wagenseite wurden die Falttüren ausgebaut. Auf Langeoog wurde er zum T3 und fuhr im Juni 1976 erstmalig über die Insel. Dort verrichtete er viele Jahre klaglos seinen "windigen" Dienst. Aber es sollte nicht die letzte Etappe seiner Odyssee durch Deutschland gewesen sein. Am 13. April 1995 unterzeichneten die HSB den Kaufvertrag für drei Triebwagen der Langeooger Inselbahn - darunter den des T3 „Langeoog“ (der heutige 187 012). Den Weg in den Harz legte der angehende 187 012 auf einem Tieflader bis Halberstadt und von dort per Schiene im Mai 1995 zurück. Für seinen Einsatz im Harz waren jedoch erneut einige Umbauten, im Ausbesserungswerk Halberstadt, erforderlich. Besonders wichtig hierbei war die Wiedereinrichtung von Türen auf beiden Wagenseiten, da sich die Bahnsteige der HSB sowohl rechts als auch links in Fahrtrichtung befinden. Im Zuge dieser Maßnahme wurden die alten Falttüren entfernt und auf beiden Fahrzeugseiten mit zwei neue Schwenkschiebetüren versehen. Der 187 012 wurde dann vorwiegend im öffentlichen Personennahverkehr zwischen Nordhausen und Ilfeld (Harzquerbahn), sowie zwischen Wernigerode nach Drei Annen Hohne (Brockenbahn) eingesetzt. Eine weitere Besonderheit war, da dieser Triebwagen zwei Antriebsanlagen hat, kann er auch als grundsätzlich auch als Schlepptriebwagen eingesetzt werden. TECHNISCHE DATEN: Hersteller: Waggonfabrik H. Fuchs, Heidelberg Baujahr: 1955 Fabriknummer: 9107 Spurweite: 1.000 mm (Meterspur) Achsanordnung: B'B' dh (Original B'B' dm) Länge über Puffer: 16.130 mm Fahrzeughöhe: 3.360 mm Drehzapfenabstand: 11.700 mm Achsabstand im Drehgestell: 1.860 mm Treibraddurchmesser: 850 mm (neu) Leergewicht: 23,3 t Dienstgewicht: 34,2 t Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h Motoren: 2 Stück wassergekühlter 6-Zylinder-Reihen-Unterflur-4Takt-Diesel mit Direkteinspritzung vom Typ Büssing U11 D/210 (ursprünglich U15) Nenndrehzahl: 2.100 U/min Hubraum:11.581 cm³ (Bohrung Ø 128 mm x 150 mm Hub) Leistung: je 155 kW / 210 PS (ursprünglich 132 kW / 180 PS) Max. Drehmoment: ca. 785 Nm bei 1.300 U/min Leistungsübertragung: hydrodynamisch (ursprünglich mechanisch) Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Leistung weitgehend mechanisch übertragen. Getriebe: 2 Stück Voith DIWA 501 Bauart 380 U+S 320, ein 4-Gang Differential-Wandlergetriebe. Sitzplätze: 48 Stehplätze: 40 Bremsanlage: Westinghouse-Druckluftbremse Heizung: 2 × Webasto kleinster befahrbarer Gleisbogen: 50 m Besonderheit: Bei diesem dieselhydraulischen Triebwagen hat jedes Drehgestell seine eigene Antriebsanlage, Dieselmotor in Unterflurbauweise und hydrodynamisches Getriebe. Funktionsweise der Voith DIWA 501 Getriebe: Beim Anfahren wird ein großer Teil der Motorleistung über den Drehmomentwandler übertragen. Dieser erzeugt durch die hydrodynamische Kraftübertragung ein hohes Drehmoment am Getriebeausgang. Mit zunehmender Geschwindigkeit verändert sich die Leistungsverteilung. Der mechanische Anteil nimmt zu, während der hydraulische Anteil zurückgeht. Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Leistung weitgehend mechanisch übertragen. Dadurch sinken die hydraulischen Verluste. Ein wesentlicher Vorteil des Voith 501 ist die automatische Anpassung der Kraftübertragung an die jeweilige Fahrgeschwindigkeit und Belastung. Besonders bei der HSB mit häufigen Halten, Steigungen und wechselnden Zuglasten ist das vorteilhaft. Brandereignis und spätere Aufarbeitung Am 22. April 2013 (somit 4 Wochen nach meinem Bild) ereignete sich während einer Fahrt von Quedlinburg nach Harzgerode ein Brand im Triebwagen. Der Triebfahrzeugführer bemerkte Rauch und Flammen und brachte das Fahrzeug kurz hinter dem Haltepunkt Osterteich zum Stehen. Die alarmierten Feuerwehren konnten den Brand schließlich löschen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Reisende befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Fahrzeug. Eine umfassende Generalreparatur bei den FWM – Fahrzeugwerke Miraustraße in Hennigsdorf wurde ab 2015 durchgeführt, er ist aber nicht betriebsfähig. Nach seiner Aufarbeitung kehrte er im Juni 2021 nach Wernigerode zurück. Eine Wiederaufnahme des regulären Fahrgastbetriebes ist leider in der aktuellen Fahrzeugübersicht nicht verzeichnet. Seit August 2026 befindet sich der Triebwagen in Wernigerode Westerntor neben der alten Werkstatt. Fazit Der HSB-Triebwagen 187 012 ist ein interessantes Beispiel für die lange Lebensdauer und die wechselvolle Geschichte deutscher Schmalspurtriebwagen. Seine Konstruktion aus dem Jahr 1955, die zwei Büssing-Dieselmotoren und die hydraulische Kraftübertragung machten ihn zu einem technisch bemerkenswerten Fahrzeug. Besonders seine verschiedenen Einsatzgebiete – von der Wiesentalbahn über die Inselbahn Langeoog bis zu den Harzer Schmalspurbahnen – verleihen ihm eine außergewöhnliche Fahrzeuggeschichte. Quellen: Harzer Schmalspurbahnen, Freundeskreis Selketalbahn und Wikipedia. Stand: November 2026
Armin Schwarz