Modell der Stadtbahn Haltestelle Börse zur Gründerzeit (heute S-Bahnhof Hackescher Markt) ausgestellt im Deutschen Technikmuseum Berlin (bis 1996 Museum für Verkehr und Technik), hier am 22 September
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Modell der Stadtbahn Haltestelle Börse zur Gründerzeit (heute S-Bahnhof Hackescher Markt) ausgestellt im Deutschen Technikmuseum Berlin (bis 1996 Museum für Verkehr und Technik), hier am 22 September 2026.
Der Bahnhof Hackescher Markt ist eine im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks gelegene Station an der Stadtbahn. Der denkmalgeschützte Bau befindet sich unmittelbar am Hackeschen Markt und wird von den Zügen der Berliner S-Bahn bedient. Eröffnet wurde die Station im Jahr 1882 als Haltestelle Börse, 1951 wurde sie in Marx-Engels-Platz umbenannt. Seit 1992 trägt der S-Bahnhof seinen aktuellen Namen.
Die Berliner Stadtbahn ist eine Eisenbahnstrecke die – weitgehend auf gemauerten Viaduktbögen, den sogenannten Stadtbahnbögen – in Ost-West-Richtung durch die historische Mitte und das westliche Zentrum Berlins verläuft. Sie führt mit einer Länge von 11,2 Kilometern vom Ostbahnhof über Alexanderplatz, Friedrichstraße, Hauptbahnhof und Zoologischer Garten zum Bahnhof Charlottenburg und wird ausschließlich im Personenverkehr. Zwei der vier Gleise werden von Regional- und Fernverkehrszügen, die beiden anderen von der S-Bahn Berlin genutzt. Die Fernbahngleise sind heute mit 15 kV, 16,7 Hz AC elektrifiziert, die S-Bahngleise mit 750 V DC über Stromschiene. Die Stadtbahntrasse zwischen Berlin Ostbahnhof und der Holtzendorffstraße westlich des Bahnhofs Charlottenburg steht unter Denkmalschutz.
Rahmenbedingungen
Ab 1871 endeten acht Hauptbahnlinien in Berlin (Potsdamer Bahn, Anhalter Bahn, Stettiner Bahn, Schlesische Bahn, Hamburger Bahn, Görlitzer Bahn, Ostbahn und Lehrter Bahn), die jeweils einen eigenen Endbahnhof als Kopfbahnhof am Rand oder außerhalb des Stadtgebietes besaßen. Zur Weiterfahrt von einem anderen Bahnhof war eine umständliche Droschkenfahrt durch die Stadt nötig, die Straßenbahn gab es noch nicht.
Ebenfalls ab dem Jahr 1871 wurden die großen Berliner Fernbahnhöfe sukzessive durch die Berliner Ringbahn miteinander verbunden, zunächst in Form eines östlichen Halbkreises, der erst während des Baus der Stadtbahn zu einem Ring um die ganze Stadt geschlossen wurde.
Vor diesem Hintergrund wurde eine Eisenbahnstrecke durch die Stadt zur schnelleren Verbindung zwischen den Kopfbahnhöfen geplant.
Baugeschichte
Im Jahr 1872 beantragte die Deutsche Eisenbahnbaugesellschaft in Berlin den Bau einer „Stadtbahn“ vom damaligen Frankfurter Bahnhof (heutiger Ostbahnhof) über Charlottenburg bis Potsdam. Im Dezember 1873 beteiligten sich das Königreich Preußen sowie die privaten Berlin-Potsdamer, Magdeburg-Halberstädter und Berlin-Hamburger Eisenbahngesellschaften daran und gründeten mit der Deutschen Eisenbahnbaugesellschaft die Berliner Stadteisenbahngesellschaft.
Der Bau der Stadtbahn begann 1875. Drei Jahre später wurde die Deutsche Eisenbahnbaugesellschaft zahlungsunfähig. Daraufhin übernahm 1878 das Königreich Preußen die Kosten für Bau und Betrieb der Berliner Stadtbahn unter finanzieller Beteiligung der vier ausgeschiedenen Gesellschafter und der an die neue Strecke anschließenden Bahnen. Das Engagement des preußischen Staates folgte dabei dem Ansinnen des Großen Generalstabs, einen Aufmarsch gegen Frankreich zu erleichtern.
Die bereits fertiggestellten Viaduktbögen am ULAP-Gelände wurden in die Ausstellungshallen der Berliner Gewerbeausstellung 1879 integriert. Wo Werner von Siemens die erste elektrische Bahn präsentierte.
Am 6. Februar 1882, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung, befuhr Kaiser Wilhelm I. in seinem Hofzug die Strecke, wobei alle Unterwegsbahnhöfe besichtigt wurden. Am 7. Februar 1882 wurde die Stadtbahn dann für den Stadtverkehr und am 15. Mai desselben Jahres für den Fernverkehr eröffnet. Die Baukosten betrugen insgesamt (unter Einschluss des Grunderwerbs) fünf Millionen Mark pro Kilometer (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund 46 Millionen Euro pro Kilometer
Streckenführung
Verlauf
Während die Ringbahn vorrangig für den Güterverkehr konzipiert war, sollte die Stadtbahn eine kurze Verbindung zwischen den Personenbahnhöfen schaffen. Mehrere Anschlussstrecken boten Anschluss zu weiteren aus Berlin führenden Bahnen.
Je zwei Gleise der viergleisigen Stadtbahn sollten dem Fern- und dem Personennahverkehr dienen. Damit wurde die Stadtbahn auch zum zentralen Strang im Netz der Vorortstrecken.
In der dicht bebauten Hauptstadt war es nicht leicht, Platz für die Strecke zu bekommen. Ein ursprünglich geplanter Verlauf der Stadtbahn entlang der Leipziger Straße wurde verworfen, weil die Grundstückspreise zu hoch waren.
Trassierung
Bautechnisch ist die Stadtbahnstrecke größtenteils als Hochbahn mit acht Kilometer gemauerten Viadukten (mit ursprünglich 731 gemauerten Viaduktbögen), zwei Kilometer eisernen Brücken und der Rest bei einer Gesamtlänge von zwölf Kilometern als Dammschüttung mit und ohne Futtermauern ausgeführt. Auf der Strecke befinden sich 64 Brücken, unter anderem auch die 240 Meter lange Humboldthafenbrücke. Die meisten breiteren Eisenbrücken besaßen Hartungsche Säulen als Pendelstützen, die für die Berliner Eisenbahnarchitektur der Jahre 1880 bis 1910 stilprägend waren.
Die Stadtbahnbögen wurden für zahlreiche Gewerbe verwendet. In der Innenstadt siedelten sich hier Gaststuben, Friseurläden und andere Geschäfte an, in Randlagen wurden die Bögen als Lager- und Betriebsräume genutzt.
Bahnhöfe
Die angelegten Bahnhöfe von Ost nach West waren:
Schlesischer Bahnhof, von 1987 bis 1998 Berlin Hauptbahnhof, von 1950 bis 1987 und seit 1998 Ostbahnhof
Alexanderplatz
Börse, 1951 bis 1992 Marx-Engels-Platz, seit 1992 Hackescher Markt
Friedrichstraße
Lehrter Stadtbahnhof, heute Berlin Hauptbahnhof (als Neubau)
Bellevue
Tiergarten (ab 5. Januar 1885)
Zoologischer Garten
Savignyplatz (ab 1. August 1896)
Charlottenburg
Elektrischer Betrieb auf dem Gleispaar des Stadt- und Vorortverkehrs
Am 11. Juni 1928 war die Vorortstrecke Potsdam–Stadtbahn–Erkner mit Stromschienen versehen und mit Gleichstrom versorgt. Insgesamt nahmen fünf Zugpaare neuer elektrischer Bauart (DR-Baureihe ET 165 – Bauart Stadtbahn) den Verkehr noch im Plan zwischen Dampfzügen auf. Bis November 1928 waren alle Zulaufstrecken aus Kaulsdorf, Spandau und Grünau und vom Ring elektrifiziert. Der Spandauer Vorortverkehr wurde nun ebenfalls auf die Stadtgleise verlagert. Die letzten Dampfzüge verschwanden erst 1929, als der Ring ebenfalls vollelektrisch befahren wurde. Die Halbringzüge gab es damit nur noch im Berufsverkehr. Im Dezember 1930 wurde die Bezeichnung S-Bahn und das Symbol eines weißen „S“ auf grünem Grund für die Stadt-, Ring- und Vorortbahnen eingeführt.
Elektrischer Betrieb auf dem Gleispaar des Fernverkehrs
Erst nach dem Mauerfall wurde von 1994 bis 1998 das Gleispaar für die Regional- und Fernverkehrszügen von Zoo bis Ostbahnhof durchgängig elektrifiziert.
Armin Schwarz 27.10.2026, 3 Aufrufe, 0 Kommentare
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